Viereinhalbtausend Zuschauer vermeldete Gastgeber FSV Geilenkirchen-Hünshoven stolz beim einzigen Testkick der Alemannia in der Region im Juli. Am Ende behielt der Zweitligist deutlich mit 5:0 (2:0) die Oberhand über den ambitionierten Verbandslisten. Alemannia spielte in folgender Aufstellung:
Nicht - Rauw, Stehle (46. Plaßhenrich), Sichone (60. Casper), Noll (84. Gomez) - Pinto (63. Schlaudraff), Heidrich, Sukalo (63. Reghecampf), Bruns (46. Koen) - Rösler (63. Scharping), Meijer (46. Ebbers)
Tore: 0:1 Pinto (23.), 0:2 Rösler (43.), 0:3 Koen (53.), 0:4 Scharping (72., Foulelfmeter), 0:5 Ebbers (81.)

Die letzten zwei Jahre hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Die zahlreichen kleinen und großen Fans in schwarz-gelb und die vielen unterschiedlichen Autokennzeichen auf den Parkplätzen zeugten von einem viel größeren Interesse an der Alemannia als noch vor einigen Jahren. Weit über viertausend Fans in Geilenkirchen sind eine beeindruckende Zahl. Die Schwarz-Gelben sind weiter dabei, ihr Einzugsgebiet weit über die Stadtgrenzen hinaus auszubauen.
Im Spiel traf Alemannia auf einen motivierten Gegner, der schon eine ganz andere Herausforderung war als noch vor wenigen Tagen die Sportfreunde Höhr-Grenzhausen, deren Bezirksklassenzugehörigkeit man kaum glauben konnte. So wehrte sich der FSV Geilenkirchen besonders in der Anfangsphase geschickt und tapfer. Vor allem der niederländische Keeper des FSV Rob Tonnaer erwies sich überaus sicher und fing eine Reihe Flanken in seinem Strafraum ab, bevor sie gefährlich werden konnten. Ein Kopfball von Goran Sukalo (3., rechts vorbei), von Erik Meijer (11., auf die Latte) und ein Freistoß von Sergio Pinto (15., rechts vorbei) waren in der Anfangsphase noch die gefährlichsten Aktionen.

In der 23. Minute dann die Führung für die Gäste. Sascha Rösler hatte sich gut über rechts durchgesetzt und behauptet und seine Flanke fand in der Mitte den Kopf von Sergio Pinto. Alemannia tat sich in der Folge weiter schwer und man merkte, dass der eine oder Laufweg noch nicht hundertprozentig abgestimmt ist. Das zweite Tor resultierte dann auch eher aus einem Fehler der Gastgeber. Thomas Stehle erahnte einen zu kurzen Rückpass eines FSV-Verteidigers auf seinen Torwart und spitzelte den Ball in die Mitte auf Sascha Rösler, der halb im Sitzen aus der Drehung trotz starker Bedrängnis seinen ersten Treffer für Alemannia erzielen konnte.
In der Pause wurde gewechselt. Matthias Heidrich rückte für Thomas Stehle, der sich in der Szene beim Tor leicht verletzt hatte, in die Innenverteidigung, Reiner Plaßhenrich übernahm von Matthias Heidrich die Position und von Erik Meijer die Spielführerbinde, Erwin Koen kam für Florian Bruns in die Partie und Marius Ebbers ging für für Erik Meijer in die Spitze. Nach gut einer Stunde kamen dann auch noch Jens Scharping, Mirko Casper, Jan Schlaudraff und Laurentiu Reghecampf ins Spiel sowie kurz vor Schluss Daniel Gomez, sodass insgesamt 18 Feldspieler zum Einsatz kamen.
In der 2. Halbzeit sahen die Zuschauer weiter Einbahnstraßenfußball und Torwart Kristian Nicht brauchte kaum einmal ernsthaft eingreifen. Auf der anderen Seite wechselte weiter Licht und Schatten. Zwei Standardsituationen sorgten für die nächsten Treffer. Erst hämmerte Erwin Koen aus gut zwanzig Metern einen sehenswerten Freistoß flach ins Tor (53.), bevor Jens Scharping einen Strafstoß (Foul an Koen) unhaltbar verwandelte (72.). Den schönsten Treffer des Tages erzielte dann Marius Ebbers. Einen Tag nach seiner Unterschrift auf seinem Dreijahresvertrag wurde der Stürmer von Reiner Plaßhenrich steil angespielt und aus dem Lauf heraus setzte er mit seinem ersten Tor im ersten Spiel für seinen neuen Verein den Schlusspunkt (81.).
Wie immer ist es auch nach diesem Spiel sehr schwer, aus eine Testspiel ein gerechtes Fazit zu ziehen. Auf jeden Fall ist die Leistungsdichte in allen Mannschaftsteilen recht groß und man darf schon jetzt gespannt sein, wie sich in den kommenden Wochen eine Stammformation entwickeln wird. Alle neuen Spieler machten jedenfalls einen guten Eindruck und werden es den etablierten nicht einfach machen, ihren Platz in der Mannschaft zu behalten.
aa/wp