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CHIO Aachen
 

Eric Lamaze gewinnt den Grand Prix

Erster kanadischer Sieg im Großen Preis von Aachen überhaupt

Olympiasieger Eric Lamaze gewinnt den Rolex Grand Prix
Nur zwei Millisekunden betrug der Abstand zwischen Sieger und Zweitplatzierten. Damit ging der Sieg im ROLEX Grand Prix in fehlerfreien 51,62 Sekunden an den Kanadier Eric Lamaze. Das Paar ist große Erfolge gewohnt: Mit seinem 14-jährigen KWPN Hengst Hickstead wurde Lamaze auch Olympiasieger in Hongkong 2008. Der 42-Jährige lebt in Ontario und führt momentan in der Weltrangliste. Lamaze nahm viermal an Weltmeisterschaften teil und holte dort 1994 in Den Haag Silber, 1998 in Rom Bronze. Beim CHIO Aachen, Weltfest des Pferdesports, ist dieser Sieg im Großen Preis der erste, der nach Kanada geht.

Platz zwei belegte der Schweizer Pius Schwizer mit seiner neunjährigen Stute Carlina. Die Carvallo-Tochter beendete den Parcours in 51,86 Sekunden. Dritter wurde in fehlerfreien 57,55 Sekunden der 25-jährige Spanier Sergio Alvarez-Moya auf dem belgischen Heartbreaker-Sohn Action-Breaker. Pech hatte die deutsche Meredith Michaels-Beerbaum auf ihrem 17-jährigen Shutterfly. Das Siegerpaar von 2005 musste acht Fehlerpunkte verbuchen und gelangte so auf den vierten Platz.

Insgesamt 20 Reiter gelangten mit Null-Fehlerritten in den zweiten Umlauf. Dort hatte der deutsche Daniel Deusser besonders Pech: Sein Holsteiner Caballero überwand einen Sprung direkt am Ständer und berührte das Fähnchen – ausgeschieden. Das Stechen erreichten nur vier Reiter.

Eric Lamaze, Sieger im ROLEX Grand Prix, Großer Preis von Aachen, kam nach seinem Triumph am Sonntagabend bereits unter Schmerzen in die Pressekonferenz gehumpelt. Die Untersuchung im Krankenhaus brachte nun Gewissheit, der linke Fuß ist gebrochen. „ich hatte keine Zeit, mich um die Schmerzen zu kümmern, ich musste den Rolex Grand Prix gewinnen“, schmunzelte lamaze am Montag. Der 42-Jährige vermutet, dass er sich die Verletzung während des ersten Umlaufs bei der Landung in der dreifachen Kombination zugezogen hat, „da habe ich einen Knacks gehört“. Die anstehende Operation nimmt Lamaze auf die ihm eigene Art: „Da kommen jetzt ein paar Schrauben reinn und in ein paar Wochen sitze ich wieder im Sattel.“

Irland siegt im Mercedes-Benz Preis

Deutschland landet auf Platz zwei vor den USA

Als Neuling im Team schlug sich Janne-Friederike Meyer sehr achtbar
In den zweiten Umlauf im Mercedes-Benz Preis, Teil des Meydan FEI Nations Cup, zogen gleich fünf Nationen mit Gleichstand ein. Doch die jeweils vier Fehlerpunkte konnte nur Irland halten. Als letzter Reiter musste Denis Lynch gar nicht mehr an den Start gehen – den Sieg hatte die Nation bereits in der Tasche. „Wir sind alle sehr starke Reiter, viele haben jedoch neue Pferde. Das war eine starke Leistung von uns allen“, berichtet der in Münster lebende Ire. Zum CHIO Aachen, dem Weltfest des Pferdesports, hat er eine starke Bindung: 2009 gewann der 34-Jährige den Rolex Grand Prix in der Soers. Seine erste Station in Deutschland war übrigens der Aachener Stall von Peter Weinberg. Zum irischen Team zählte neben Lynch der 2002-er Einzel-Weltmeister Dermott Lennon (41) auf dem irischen Wallach Hallmark Elite und der 30-jährige Cian O’Connor, der mit der Holsteiner Stute K Club Lady von Calido I-Landgraf I in beiden Umläufen wie Lennon fehlerfrei blieb. Der 33-jährige Billy Twomey musste mit der Tinka’s Boy-Tochter Tinka’s Serenade insgesamt vier Fehlerpunkte verbuchen.

Rang zwei ging an das deutsche Team mit insgesamt neun Fehlerpunkten. Den größten Sprung darin machte Ludger Beerbaum, der sich und seine Stute Gotha von 18 Fehlerpunkten im ersten Umlauf auf einen fehlerfreien zweiten Umlauf steigerte. „Wir haben vor der zweiten noch mal eine Tripplebarre auf dem Abreiteplatz gesprungen“, berichtet Bundestrainer Otto Becker. „Gotha ist mit ihren neun Jahren ein noch junges Pferd, der bei speziellen Anforderungen noch die Erfahrung fehlt. Als Ludger ritt, stand die Sonne sehr tief und konnte leicht irritieren.“ Becker war mit seinem Team dennoch zufrieden. Als Neuling im Team schlug sich Janne-Friederike Meyer sehr achtbar. Die 29-Jährige musste mit dem Holsteiner Cellagon Lambrasco vier Fehlerpunkte im ersten Umlauf verbuchen und handelte sich im zweiten Umlauf einen Zeitfehler ein.

„Ich habe mich sehr gefreut, hier im Team reiten zu dürfen. Ich hatte unheimlich tolle Unterstützung innerhalb der Mannschaft, und es ist toll, dass nun auch Nachwuchsreiter eine Chance bekommen. Es ist natürlich absolut aufregend, wenn man in die Soers einreitet, aber am Ende muss man sich auf sich und sein Pferd konzentrieren, und wenn es dann klappt, ist die Freude noch größer“, so Meyer. Siebenmal war die in Schleswig-Holstein lebende Amazone bereits in Nationenpreisen für Deutschland am Start – in Aachen feierte sie jedoch Premiere. Marcus Ehning, im ersten Umlauf fehlerfrei, musste im zweiten Umlauf gar nicht mehr antreten. „Wir wollten vor diesem Publikum natürlich sehr gerne gewinnen, aber leider hat es nicht ganz gereicht“, so der 36-Jährige. Mit vier Fehlerpunkten endete die Bilanz von Marco Kutscher, der den Holsteiner Carthago-Sohn Cash gesattelt hatte. „Insgesamt hätten wir sehr gerne gewonnen, aber wir freuen uns auch über Platz zwei“, zog Bundestrainer Otto Becker sein Fazit. Die USA landete mit zwölf Fehlerpunkten auf Rang drei. Im Team standen Lauren Hough und Quick Study, Candice King auf Skara Glen’s Davos, Nicole Simpson mit Tristan und Laura Kraut auf Cedric.