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CHIO Aachen - WM 2006 |
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Über Stock und über Stein …
Erster Geländeritt in der Aachener Soers ein Riesenerfolg
Springreiten in Aachen kennt ja fast jeder Oecher. Vom Junior bis zur Oma, "Schio" in Aachen ist ein Muss. Aber Military, Verzeihung "Vielseitigkeitsreiten" wie es jetzt heutzutage heißt, ist nicht unbedingt so bekannt. Doch die WM 2006 in Aachen macht es möglich, dass wir jetzt auch den Sport und Bettina Hoy & Co. kennenlernen werden bzw. jetzt schon konnten.
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Bettina Hoy und ihr englischer Vollblüter Woodsides Ashby |
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Die Aachener Pferdebegeisterten brauchten nicht bis zu den Weltreiterspielen zu warten, denn am September-Wochenende 16./17./18. waren die Vielseitigkeitsreiter bereits zu Gast in der Soers, um vor allem die Strecken für die Geländeprüfung zu testen. Neben der Dressur am ersten Tag und einem abschließendem Springen am dritten Tag, ist die Geländeprüfung der spektakulärste Teil dieses Wettbewerbs.
"Es macht unglaublichen Spaß, hier zu reiten", so die in der Wertung führende Bettina Hoy nach dem Geländeritt. Und auch den Zuschauern machte es Spaß zuzuschauen. Begeistert war die zweifache Deutsche Meisterin (2002, 2004) nicht nur von der Strecke ("fühlt sich super an"), sondern auch von der besonderen Atmosphäre: "Wahnsinn, wie viele Zuschauer hier waren. Und man hört viele Niederländer und Belgier, eine klasse Stimmung. Es ist ein technisch anspruchsvoller Kurs geworden. Mit einigen schmalen und schwierigen Sprüngen und zwischendurch auch der Möglichkeit, schneller zu galoppieren. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich - und genau das sollte sie ja auch sein." 48 Reiter und ihre Pferde galoppierten am Samstag zum ersten Mal über das 80 Hektar große Gelände zwischen Soerser Weg, Strüver Weg und Autobahn. Mit durchschnittlich 30 km/h. Der Test sollte zeigen, inwieweit der Boden fit ist für die WM und ob die technischen Anforderungen oder die organisatorischen Aspekte erfüllt werden. Das Fazit der Organisatoren fällt zufrieden aus: "Der erste Geländeritt auf der neuen Strecke in der Aachener Soers am Samstag war ein großer Erfolg."
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Spektakuläres Hindernis: die "Öcher Wasserspiele" |
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Klar, dass sich über das Lob die Organisatoren freuen. "Es hat insgesamt sehr gut funktioniert", so Frank Kemperman, Geschäftsführer des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV). "Alle Mitarbeiter", so Kemperman, "haben einen guten Job gemacht. Zudem hat es keine schweren Stürze gegeben, auch darüber sind wir natürlich froh." Ein großes Lob von Kemperman und den Sportlern ging an Parcoursbauer Rüdiger Schwarz, der eine anspruchsvolle, aber auch abwechslungsreiche Strecke konzipiert hat. Zudem war der knapp vier Kilometer lange Kurs durch die Aachener Soers extrem zuschauerfreundlich und wurde von den rund 4500 Besuchern entsprechend begeistert aufgenommen. Seit Januar hatte der ALRV an der Strecke gearbeitet. So wurde die Oberfläche mit einer Drainage und Sand ausgestattet und Naturhindernisse wurden angelegt. 3,9 Kilometer - 2006 bei der WM werden es sechs Kilometer sein - schlängelte sich die Strecke durch die Soers, 22 Hindernisse mit 33 Sprüngen waren zu bewältigen. Für die Zuschauer waren viele Hindernisse völlig neu, wie zum Beispiel der Wassergraben. "Ein normales Springpferd würde da nicht drüber gehen, sondern vorher stoppen", lächelte der Parcoursbauer. Zu ungewohnt und viel zu klein sieht es aus. Mit Zweigen wurde das Holzhindernis verkleidet und misst gerade 1,20 Meter. Rund 40 Zentimeter weniger als die Hindernisse im Preis der AachenMünchener beim CHIO. Das Wasser dahinter kann das Pferd beim Anritt nicht erkennen. "Gerade bei der Vielseitigkeit hängt der Erfolg daher vom Vertrauensverhältnis zwischen Reiter und Vierbeiner ab", sagt Schwarz.
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Vollbremsung - nicht immer wollten die Pferde so wie ihre Reiter |
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Zurück zu den Reitern: Auf Platz 3 nach Dressur und Gelände liegt Ingrid Klimke. Die Deutsche zeigte sich begeistert von der Geländestrecke: "Der Boden ist super, trotz des Regens der vergangenen Tage überhaupt nicht tief." Aber nicht nur den Sportlern hat`s gefallen auf den Soerser Wiesen: "Ich habe mit vielen Zuschauern gesprochen", so Klimke, "die waren hin und weg von der Strecke." Alle Hindernisse liegen nah beieinander und sind prima mit kurzen Fußmärschen zu erreichen. Zudem ist das leicht hügelige Gelände optimal für die Besucher, die viele Hindernisse gleichzeitig einsehen können. "Exzellent" fand dies der britische Olympiasieger Leslie Law.
Die zahlreichen Zuschauer waren gespannt auf den Wettbewerb und wurden nicht enttäuscht. Viele werden wohl im kommenden Jahr wiederkommen, wenn die Deutsche Mannschaft um Bettina Hoy, der bei den letzten Olympischen Spielen von Athen die Goldmedaille aberkannt wurde, weil Hoy beim Springen versehentlich zweimal über die Startlinie geritten waren, die sportliche Revanche sucht. Bettina Hoy: "Die Weltmeisterschaft ist seit den Olympischen Spielen unser großes Ziel. Die Europameisterschaft vergangene Woche im englischen Blenheim, bei der wir immerhin Bronze erkämpft haben, war nur ein Wegstein dorthin. In Aachen wollen wir 2006 die sportliche Antwort geben. Das wird das ganz große Highlight, und unser Team freut sich riesig darauf." Spätestens nach dieser Testveranstaltung darf man sagen: "Aachen freut sich auch!"
aa/wp
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